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Der Hauptkirchort Hachenburg "Maria Himmelfahrt"
Der Hauptkirchort Hachenburg "Maria Himmelfahrt"

Der Hauptkirchort Hachenburg "Maria Himmelfahrt"

Bischof Wilhelm von Osnabrück, 1636-1649 Landesherr der Grafschaft Hachenburg, berief 1638 Franziskaner nach Hachenburg, welche die Seelsorge übernahmen. Sie konnten unter Graf Salentin Ernst von Manderscheid in den Jahren 1663-1665 eine kleine Barock­kirche und ein Franziskanerkloster im Zeitraum von 1663/1664 am Alten Markt errichten. Aber schon 1734-1738 wurde von den Franziskanern eine neue einschiffige Kirche mit eingezogenem Chor und haubenverziertem Dachreiter erbaut. In den Grundzügen war sie der Vorläufer des heutigen Baues. Vor ihr ist architektonisch die ganze Marktfassade erhalten. Das Innere dieser Kirche war jedoch kleiner als das der jetzigen, weil sie nur bis zum Standort der Kanzel reichte. Im Jahre 1824 wurde der vorhandene Kirchenbau zur katholischen Pfarrkirche Hachenburg benannt. Das Franziskaner­kloster war im Rahmen der Säkularisation 1813 aufgelöst worden. 1908/09 erfolgte für die zu klein gewordene Kirche die bauliche Ver­größerung. Außerdem wurde zum Alten Markt hin nun auch ein neobarocker Glockenturm in die vorhandene Markt­fassade integriert. Im Innern blieb aber die barocke Erstausstattung erhalten, so z.B. der Hoch­altar, die Seitenaltäre, die Kanzel, die Beichtstühle und der Orgelprospekt; sie gehört zu den schönsten Kirchenaus­stattungen des Barock im Westerwald. Vermutlich waren hier Mainzer oder Hadamarer Künstler tätig. Viele Statuen und Gemälde verzieren die Hachenburger Kirche bis heute.

Sehenswert sind auch die beiden Seitenaltäre, 
die Barockkanzel und die Ewige Lampe. 

Unter der Kirche befindet sich eine Mönchsgruft mit den zwischen 1754 und 1811 verstorbenen 
und hier eingemauerten Mönchen des ehemaligen Klosters.
 

Chronik
Seit 1664 wurde am Markt ein Franziskanerkloster und, zunächst sehr bescheiden, eine Klosterkirche errichtet.  Diese Kirche wurde bald zu klein. So entstand zwischen 1734-1738 ein neuer einschiffiger Saalbau mit eingezogenem Chor  und mit haubenverziertem Dachreiter. An die nördliche Seite lehnte sich das dreigeschossige Klostergebäude an.  Die neue Kirche war immer noch wesentlich kleiner als die heutige.  Nach dem Ende des Alten Reiches wurde im Zuge der Säkularisation das Franziskanerkloster 1813 aufgelöst und mit der Kirche Eigentum des nassauischen Staates. Nach längerem Streit überließ die nassauische Regierung 1824 der katholischen Kirchengemeinde die Kirche und die Zimmer über dem Klostergang. Im Klostergebäude richtete die Stadt ihre Volksschule ein. Anfang des 20. Jahrhunderts fasste man einen Neubau der Kirche ins Auge. Die Baupläne stammten von Baumeister Karl Senff aus Bonn. Das Klostergebäude wurde im Winter 1905/1906 abgebrochen. 1907 baute man zunächst den Chor und führte 1908/1909 die Erweiterungsarbeiten der Kirche aus.  Die Westwand der Kirche und die alte Marktfront blieben stehen.  An der Ostseite errichtete man über der alten Klosterpforte den Turm mit der Laternenhaube. An der Stelle des alten Klostergangs entstand das Seitenschiff mit Empore. Das Schiff verlängerte man nach hinten um das Doppelte. Die Weihe der neuen Kirche erfolgte am 16. Mai 1909. 1964 wurde die Kirche unter Dekan Brandenburger vollständig überholt. Die barocke Ausstattung der Kirche mit Hochaltar, Seitenaltären, Kanzel, Beichtstühle, Orgelprospekt, Bildern und Fenstern gehört zu den schönsten im Westerwald. Der Aufbau des Hochaltars mit neuem Marmorsockeln war 1738 vom Prager Erzbischof Johann Moritz Graf von Manderscheid-Blankenheim, Sohn des Grafen Salentin Ernst, gestiftet worden.  Sein Wappen ist oben am Hochaltar angebracht. Das große Bild „Mariä Himmelfahrt“ ist eine Kopie des Gemäldes des italienischen Barockmalers Reni (gest. 1642), das sich in der Pinakothek in München befindet. Die unter der Kirche befindliche Mönchsgruft mit den zwischen 1754 und 1811 verstorbenen und hier bestatteten Mönchen ist nicht zugänglich.