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"Das Volk, das im Dunkel lebt,...

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© Beuron-Verlag
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Liebe Gemeindemitglieder,

„das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht“

Diese alte und bekannte Botschaft wird uns auch an diesem Weihnachtsfest wieder neu zugesagt. Christus, die große Lichtgestalt unseres Glaubens, kommt in unsere Geschichte, um uns auch im Dunkel nahe zu sein, um Dunkel zu vertreiben. Geburt, wenn auch in großer Armut, dennoch unter einem guten Stern.

Christel Holl, der wir unser diesjähriges Titelbild verdanken (Das Licht der Weihnacht), greift dieses Motiv auf und stellt es beeindruckend dar. Der rechte Teil des Bildes ist ins Dunkel getaucht, Großstadtatmosphäre, dicht an dicht wohnen die Menschen. Das Licht aus ihren Wohnungen verblasst im Blick auf das Licht aus der Krippe. Menschengemachtes Licht wird im Vergleich zur göttlichen Ausstrahlung buchstäblich in den Schatten gestellt. So als würde das Dunkel bloß große Augen machen, wenn es dem Licht der Krippe begegnet.

Ich finde es interessant, wie sie Jesus darstellt: Maria gebar ihren Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe. Wie Windeln sieht das nicht aus, was Jesus einhüllt - eher wie ein Brot. Brot auf einem glühenden Ofen.

Und Unrecht hat sie damit nicht. Denn Jesus wird in Bethlehem geboren und Bethlehem heißt auf Deutsch „Haus von Brot“, Brothaus. Schon in seiner Geburt das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Am Anfang schon das, was er immer sein wird: Nahrung, Speise auf unserem Weg durch diese Zeit. Weihnachten ist auch an seinem Fest selbst nicht das, was es einmal war, sondern was es bleibt: die Zusage, dass er für uns alle das Lebens - Mittel schlechthin bleibt.

Ich wünsche uns allen, dass uns in seiner Geburt die Erfahrung neu berührt, uns ein-leuchtet, dass wir ihn brauchen, wie das tägliche Brot.

So grüße ich Sie alle herzlich im Namen des Pastoral- und Verwaltungsteams und wünsche Ihnen und Ihren Familien gesegnete, frohe und gesunde Weihnachtstage.

Winfried Roth, Pfarrer