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April, April...

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April, April...
© Pixabay

Die alte Schale bricht und stäubt

Von Leib und Seele ab

Der Seelenfrühling mait und treibt

Aus frostgem Wintergrab

So heißt es in einem alten Lied aus Tirol von Beda Weber.

Dazu passt unser Bild des Monats.
Es zeigt ein Küken, das gerade seinem Ei entschlüpft ist. Es hat auf diesen Tag gewartet. 21 Tage lang. Volle drei Wochen. Schmunzelnd hat wohl der Künstler die Striche hinzugefügt, die im Inneren der Schale zu sehen sind. Striche, wie sie der Gefangene in seiner Zelle in sehnsüchtiger Erwartung seiner Freilassung an die Wand malt. Die Fußspuren weisen auf ein gelungenes Ausbrechen, Aufbrechen hin.

Zeiten braucht es im Leben eines jeden Menschen, die ihm Schutzraum sind, in denen es wachsen und sich entwickeln kann. Zeiten, die nötig sind, etwas auszubrüten. Zeiten in denen uns bewusst wird, wozu wir eigentlich bestimmt sind und uns bestimmt fühlen: Sich der Welt zu stellen, seine eigenen Spuren und Eindrücke zu hinterlassen. Gerade diese Sehnsucht mag der Antrieb sein, äußerlich und innerlich aufzubrechen.

Erfahrungen wie wir sie ahnen können in diesen Tagen, wo uns der frostge Winter bald verlässt und der Frühling mait und treibet . Erfahrungen, die wir unserer Seele gönnen sollten. Erzählen sie doch davon, dass unsere Seele Freiheit neu entdeckt hat und sie mutig lebt.

Damit werden wir gleichzeitig an das zerbrochene Grab erinnert, auf das hin wir unterwegs sind in diesen Tagen der Vorbereitung auf Ostern, um einst der Seele einen ewigen Frühling zu schenken.

Winfried Roth
Pfarrer